Presse-Berichte:

13.09.2006 17:09 Uhr, Schweinfurt
EIN FRIES FÜR DIE FANTASIE


WERNECK (HB) "Schultüten hat es vor 75 Jahren noch nicht gegeben, und auch nicht, was heute in der Schultasche steckt", erklärte Heinz Kruppa vom Historischen Verein Werneck am ersten Schultag den Schulanfängern in Werneck. Statt Schreibpapier gab es für jedes Kind eine Tafel aus Schiefer, statt Filzstiften einen Griffel und statt Radiergummi einen Schwamm.

An ihren eigenen ersten Schultag erinnert wurden zu Schulbeginn zehn Seniorinnen, die einst die Wernecker Schule besuchten. Buben und Mädchen verteilten an sie Schultüten - kleine im Vergleich zu den Tüten der Erstklässler. Anlass für diese nette Geste war die Wiederherstellung eines Fries rund um die Schulhaustür. Durch diese Türe waren die Seniorinnen im Jahr 1931 als Schulanfänger in ihr neues Schulgebäude eingezogen.



Der Historische Verein hat die Wiederherstellung angeregt. Malermeister Matthias Vogt fertigte zum Selbstkostenpreis in Sgrafittotechnik, einem farbigen Kratzputz, den Fries, wie er vor rund 70 Jahren war. Die Marktgemeinde Werneck gab 2000 Euro dazu. Das ursprüngliche Sgraffito hatte Julius Wolf geschaffen, Ende der 50er Jahre war es entfernt worden.

Den heutigen Erstklässlern stellte Wernecks zweite Bürgermeisterin Brigitte Vanselow die Bilder als "Piktogramme für die Fantasie" vor. Die Kinder könnten ein ganz eigenes Verhältnis zum Schulhaus bekommen, wenn ihre Neugier geweckt werde. Die Schultür mit dem Fries werde zur Tür für das Wissen und die Künste, erklärte sie.

Im Balthasar-Neumann-Schulverband Werneck begann am Mittwoch für 146 Buben und Mädchen der Ernst des Lebens. Erste Klassen gibt es in allen fünf Schulhäusern des Verbands, in Eßleben, Schleerieth, Waigolshausen, Werneck und Zeuzleben.


Quelle: mainpost.de
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